Ein Prunkschrein des Historismus Ein Prunkschrein des Historismus Ein Prunkschrein des Historismus

Ein Prunkschrein des Historismus

Ehrengabe der Nationallieberalen Partei an Rudolf von Bennigsen

Unter der Leitung von Hermann Götz, Direktor der Kunstgewerbeschule in Karlsruhe, arbeiteten zehn Bildhauer, Künstler und Handwerker zwei Jahre an dem außergewöhnlcih opulenten Schrein aus Birnbaum und Silber für Friedrich I. Einer Festgabe der 1600 badischen Städte und Gemeinden zum 40-jährigen Regierungsjubiläum Großherzogs Friedrich I. von Baden über den das Kunstgewerbeblatt 1895 schreibt: „Gewiss darf man den Adressenschrein als eine der hervorragendsten Erscheinungen auf kunstgewerblichem Gebiete der Neuzeit bezeichnen, als ein Werk zugleich, welches dem badischen Kunstgewerbe das beste Zeugnis ausstellt. Hat doch, wie der beschreibende Text der wiederholt erwähnten Publikation zum Schlüsse treffend bemerkt, „die besondere Bedeutung dieser Festgabe und die Verehrung für ihren allgeliebten Landesherrn alle Mitarbeiter zu der einmütigen Schaffensfreudigkeit bestimmt, mit ihrem Werke auch ihr bestes Können zu zeigen und es so zu gestalten, dass es ein dieser hohen Jubelfeier würdiges Andenken bildet“.“[1]

Ehren- und Festgaben waren im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts wohl so bedeutend, dass zur Weltausstellung 1893 eine „stattliche Sammlung den Ehrenhof der deutschen Ausstellung in Chicago füllte.“[2] Auch die nationalliberale Partei wollte hier nicht nachstehen und bedachte ihren Führer, Rudolf v. Bennigsen zum siebzigsten Geburtstag ebenfalls mit einem Ehrenschrein. Auch dieser Entwurf stammt aus der Feder vom Hermann Götz und auch die Ausführung lag in den Händen derselben Künstler und Handwerker, die auch an dem Adressenschrein für Friedrich I. arbeiteten.

Der sich im Privatbesitz befindliche Prunkschrein war in einem desolaten Zustand und bedurfte einer vollständigen Restaurierung, die wir in Zusammenarbeit mit der Holzrestauratorin Sigrid Keyes durchführten. Über 40 Kilo an Silber wurden von dem Hofjuwelier Ludwig Bertsch an die Holzkonstruktion montiert und intarsiert. Wir reinigten, restaurierten und ergänzten die silbernen Applikationen an diesem einzigartiegn Objekt.

[1] (Kunstgewerbeblatt: Vereinsorgan der Kunstgewerbevereine Berlin, Dresden, Düsseldorf, Elberfeld, Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover, Karlsruhe I. B., Königsberg i. Preussen, Leipzig, Magdeburg, Pforzheim und Stuttgart, 1895), S. 44 ff.

[2] ebd., S. 45

Sehen Sie hier eine Abildung des Adressenschreins für Friedrich I. aus dem Landesmsueum Karlsruhe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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