Pressemitteilung – Transport der Mitra  (15.  Jh.) Pressemitteilung – Transport der Mitra  (15.  Jh.) Pressemitteilung – Transport der Mitra  (15.  Jh.)

Pressemitteilung – Transport der Mitra (15. Jh.)

Letzte Vorbereitungen für Landesausstellung in Konstanz angelaufen

Frauenfelder Mitra auf der Reise
Frauenfeld, 09. April 2014 – Der Versicherungswert der Mitra beträgt mehrere Millionen Franken; der historische Wert der kostbaren Goldschmiedearbeit ist unschätzbar. Mit Handschuhen aus der Vitrine genommen und behutsam eingepackt, geht die Bischofskrone jetzt auf eine Reise: Der Kunstschatz wird unter höchsten Vorsichtsmassnahmen als Leihgabe für die Grosse Landesausstellung zum Jubiläum 600 Jahre Konstanzer Konzil von Frauenfeld nach Konstanz gebracht.

Leihgabe unter Nachbarn
Die Mitra des Historischen Museums Thurgau ist die wertvollste Leihgabe, die die Schweiz zur baden-württembergischen Landesausstellung „Das Konstanzer Konzil 1414-1418 – Weltereignis des Mittelalters“ beisteuert. Unter den rund 300 Exponaten, die hier gezeigt werden, geht sie als eines von wenigen direkt auf die Konzilszeit zurück. In der Ausstellung soll für die Besucher der dramatische Verlauf der einzigartigen Kirchenversammlung veranschaulicht werden. Gabriele Keck, die Direktorin des Historischen Museums Thurgau, freut sich, dass sie ein so wertvolles Stück zur Landesausstellung schicken kann: „Auch wenn wir die Mitra gern im eigenen Haus haben, wir freuen uns darüber, dass sie bei der Landesausstellung einen so prunkvollen Auftritt bekommt. Und die Konstanzer Ausstellung zu unterstützen ist für uns eine Selbstverständlichkeit, das ist ja schon fast Nachbarschaftshilfe.“

Die Geschichte der Mitra
Die Entstehungsgeschichte der Frauenfelder Mitra ist unmittelbar mit dem Beginn des Konstanzer Konzils vor 600 Jahren verknüpft: Papst Johannes XXIII. war 1414 samt Gefolge zum Konzil in Konstanz unterwegs. Die letzte Nacht vom 27. auf den 28. Oktober 1414 verbrachte er im Kloster von Kreuzlingen. Als Dank für die Gastfreundschaft verlieh der Pontifex dem örtlichen Abt das Recht, Stab und Mitra zu tragen, was eigentlich Bischöfen vorbehalten war. Der Abt liess daraufhin selbst eine besonders prachtvolle Bischofsmütze für sich anfertigen, ein echtes Statussymbol. Zunächst wurde die Mitra im Kloster von Abt zu Abt weitergegeben, 112 Jahre nach dessen Auflösung kam sie schliesslich 1960 in das Historische Museum Thurgau in Frauenfeld. Hier ist die Mitra das Glanzstück der Sammlung. Zum Konziljubiläum rückt sie noch mehr in den Fokus des öffentlichen Interesses und inspirierte das Logo für das Thurgauer Konziljubiläum. „Wir haben der Mitra wegen des grossen Interesses jetzt eine eigene Webadresse besorgt,“ so Gabriele Keck. „Unter www.mitra-tg.ch zeigen wir Bilder, erklären die Geschichte der Mitra und weisen auch auf besondere Veranstaltungen hin.“

Vor aller Augen glänzen
Der Transport der Mitra von Frauenfeld nach Konstanz zur Ausstellung wurde lange vorbereitet. Um das Kunstwerk aus ihrer Frauenfelder Vitrine zu nehmen, hat Restaurator Hans-Joachim Bleier spezielle Handschuhe mitgebracht. Nicht aus Latex, nein, aus Nitril müssen sie sein, erklärt er. Nur so kommt garantiert weder Hautfett noch Schweiss durch. „Bevor ich die Mitra anfasse, atme ich nochmal tief durch“, so Bleier, „das ist schon der Moment, an dem man erhöhten Blutdruck bekommt.“ Das Präparieren und Verpacken für den Transport dauert einen halben Tag lang, es beginnt mit den Emails auf der Vorderseite. Diese werden mit einer Folie gesichert, die sich an die kleinen Heiligenbilder von Ulrich und Afra ansaugt. Mit einer speziellen wiederablösbaren Wachspaste bestreicht er dann alle möglichen „Wackelstellen“, bevor die Mitra mit einem nicht-fusselnden Vliesstoff eingeschlagen und in eine mit Schaumstoff gekleidete Kiste gepackt wird. Diese Kiste kommt zur Sicherheit in eine noch grössere Kiste mit den Ausmassen eines kleinen Kühlschranks – und wird dann vorsichtig in einen Transporter gehoben.

Umweg für den Zoll
Nach dem Verpackungsaufwand kommt der bürokratische. Die Mitra braucht für ihren Grenzübertritt das OK vom Zoll, allerdings werden so wertvolle Kunsttransporte nur in Zürich abgefertigt. Deswegen führt der Weg der Mitra von Frauenfeld via Zürich nach Konstanz. Dort wartet die Frauenfelder Mitra dann auf den grossen Besucheransturm am 27. April, wenn die Landesausstellung eröffnet wird. Rund 100.000 Besucher werden bis zum September erwartet, das ist zumindest die erste Prognose der Organisatoren der Landesausstellung knapp drei Wochen vor der Eröffnung.

Laden Sie hier einen Artikel der Thurgauer Zeitung zu diesem Projekt als PDF-Datei herunter

Laden Sie hier einen Artikel des Schwäbischen Tagblatts zu diesem Projekt als PDF-Datei herunter

Textnachweis: PR2

Bildnachweis: Katja Angermeier / PR2

Bildnachweis: HMT

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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